Definition – Sehbehinderung

Sehbehinderung

Eine Sehbehinderung ist eine meist dauerhafte massive Einschränkung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Man teilt sie allgemein in Schweregrade ein, die sich in der Regel am verbliebenen Ausmaß der Sehschärfe des besseren Auges orientieren (Sehrest). Die ausgeprägteste Form einer Sehbehinderung ist die Amaurose, die vollständige Form der Blindheit ohne jegliche optische Reizverarbeitung. Als Ursache können unterschiedliche organische, funktionelle oder optische Störungen in Frage kommen. Von diesen wiederum hängen Prognose und therapeutische Maßnahmen ab.

Zum Begriff der Sehbehinderung

Die Kriterien dafür variieren je nach der verwendeten Definition (z. B. WHO, dt. Sozialgesetzbuch etc.).

Einstufungen nach dem Berufsverband der Augenärzte Deutschlands

  • Sehbehinderung: bis zu einer maximalen Sehschärfe (Visus) von 0, 3 auf dem besseren Auge
  • hochgradige Sehbehinderung: bis zu einer maximalen Sehschärfe (Visus) von 0, 05 auf dem besseren Auge
  • Blindheit: bis zu einer maximalen Sehschärfe (Visus) von 0, 02 auf dem besseren Auge
  • Amaurose: keinerlei Lichtwahrnehmung und optische Reizverarbeitung mehr vorhanden

Auch eine Einschränkung des Gesichtsfeldes auf weniger als 5 Grad gilt als Blindheit.

Weitere Formen

Partiell-funktionale Sehbehinderungen sind Farbenblindheit oder Nachtblindheit.

Auswirkungen

Sehbehinderte haben häufig mit Vorurteilen zu kämpfen. Sie haben oft große Probleme damit, dass sie von Menschen, die sich mit dem Thema nicht auskennen, missverstanden und manchmal sogar als Simulant betitelt werden. Aus diesem Grund scheuen sich viele Sehbehinderte davor, sich zu kennzeichnen, was sowohl für sie als auch für andere Verkehrsteilnehmer die Sicherheit erhöhen würde. Viele Menschen ahnen nicht, dass es so viele Sehbeeinträchtigungen gibt, die nicht korrigiert werden können und bei denen nicht einmal eine Brille getragen wird. Nichtbetroffene können oft nicht verstehen, dass Sehbehinderte etwas nicht sehen können, dafür aber an anderer Stelle scheinbar normal sehen und keine Hilfe benötigen. Ein Phänomen, das Unverständnis hervorruft ist bspw. ein Mensch mit Tunnelblick (sehr eingeengtem Gesichtsfeld), der sich kaum orientieren kann und auf einen Blindenstock angewiesen ist, der sich dann aber hinsetzt und eine Zeitung liest. Zudem kann das Sehvermögen bspw. von der Tagesform des Betroffenen, der Anstrengung, der das Auge bereits ausgesetzt war oder den Lichtverhältnissen abhängen. Ein Sehbehinderter verhält sich daher nicht immer gleich, was zu Irritationen führen kann. Ein Hauptanliegen der Sehbehindertenverbände ist daher Aufklärung.